Clean Eating – eine gesunde und nachhaltige Ernährungs­philosophie

Clean Eating – eine gesunde und nachhaltige Ernährungs­philosophie

Clean was? Auch wenn viele von den ständigen Anglizismen sicher genervt sind: dieser gesunde und wie ich finde tolle Trend schwappt seit einigen Jahren aus Amerika zu uns herüber. Dort gibt es die „Clean Eating-Bewegung“ schon seit 20 Jahren. Auch ich habe schon die letzten Jahre immer „cleaner“ gegessen, ohne zu wissen, dass es dafür einen Begriff gibt. Und jetzt, nach meiner Krebserkrankung, habe ich das nun für mich als Ernährungsphilosophie entdeckt, bin begeistert und möchte es euch deshalb vorstellen.

Gesunde unverarbeitete Lebensmittel in tollen, manchmal außergewöhnlichen Kombinationen: Das ist Clean Eating

Was ist „Clean Eating“ also genau?

Bei diesem Konzept geht es darum, sich in erster Linie von natürlichen, hoch- und vollwertigen sowie weitgehend unverarbeiteten Nahrungsmitteln zu ernähren. Industriell verarbeitete Lebensmittel und solche mit Zusätzen wie Farb- und Konservierungsstoffen, Geschmacksverstärkern, Aromen, Enzymen, Industriezucker und was die Palette im Chemielabor eben noch so hergibt, sind eher zu meiden. Essen in seiner reinen Form also. Faustregel: je kürzer die Zutatenliste auf einer Verpackung, umso besser.

Wer jetzt gleich an die Müslifraktion denkt und meint, ab jetzt nur noch rohe Getreidekörner mit Möhren essen zu müssen: Fehlanzeige. Es gibt eine riesige Auswahl an tollen Lebensmitteln und Abermillionen Rezepte, die total lecker – aber eben auch gesund – sind! Und leicht nachzukochen, wie ich immer wieder feststelle. Ein bisschen muss man das selber Kochen und Herstellen schon mögen, das gebe ich zu. Ist bei mir aber so und ich esse es eben viel lieber, wenn ich weiß was drin ist.

Ein weiterer Vorteil: Clean Eating ist nicht militant. Es gibt die 80/20-Regel, wonach man idealerweise zu 80% gute „cleane“ Lebensmittel zu sich nehmen sollte. Bleibt immer noch genug Spielraum für das Stück Kuchen oder Schokolade (wenn es da nur bei einem Stück bliebe), mal schön Essen gehen ohne schlechtes Gewissen (dann schmeckt’s ja nicht mehr) oder auch Geburtstagsfeiern. Denn das Leben soll ja auch Spaß machen und sich nicht permanent nur um gesundes Essen drehen – ach nö!

Kein Lebensmittel oder „Produkt“ wird ausgeschlossen, nur weil man sich natürlich ernährt. Clean Eating ist nämlich keine Diät, vielmehr ist es eine Ernährungsphilosophie oder auch ein Lifestyle (schon wieder ein Anglizismus 😉 ).

Was „darf“ ich denn nun essen?

Die Basis sind Vollkorn­produkte, viel Obst und Gemüse sowie Hülsenfrüchte. Salz wird sparsam eingesetzt, abgeschmeckt wird viel mit frischen Kräutern und Gewürzen. Industriezucker kann man zum Beispiel durch Honig, Ahornsirup, Trockenfrüchte oder Kokosblütenzucker ersetzen (habe ich mir jetzt erst gekauft, vorher noch nie gehört).
Gute ungesättigte Fettsäuren mit der richtigen Omega3/6-Balance gibt’s über Öle (zB Leinöl, Olivenöl…), Avocados, Nüsse etc.
Lebensmittel mit gesättigten Fettsäuren wie (Schweine-)Fleisch, Milch, Käse und Butter sollten nur sparsam verwendet werden – aber auch hier greift wieder die 80/20-Regel bei mir: Ich bin ein Käsebauch und möchte an der Stelle nicht verzichten, nur bewusster und mit Maß. Allerdings kaufe ich jetzt meistens „Bio-Käse“. Hochwertiges Fleisch und Fisch ab und an ergänzen das Ganze, muss aber nicht sein. Veganer und Vegetarier kommen beim Clean Eating-Konzept voll auf ihre Kosten.

Zusammengefasst kann man sagen, dass es sich um eine sehr gesunde (und gesund machende?!), ausgewogene, frische und vielseitige Ernährung handelt.

Besser Bio – weil’s „clean“ ist!

Bio muss auch nicht immer aus dem Laden sein. Diesen Korb mit frischen Kornäpfeln gab’s gratis am Wegesrand. Aus den süßen saftigen Früchten habe ich Apfelmus (mit Honig, Chia, Vanille und etwas Zimt) gekocht.

Bei Obst und Gemüse sollte es so oft wie möglich Bio sein, denn im konventionellen Anbau wird meistens leider Gift gespritzt, was das Zeug hält… Stichwort Glyphosat! Und genügend andere Insektizide, Pestizide, Fungizide, Gülle und wasweißich noch alles, was – meiner Meinung nach – unverantwortlich auf unsere Böden geschüttet wird und diese kaputt macht, ins Grundwasser gelangt und natürlich auch in unsere Nahrung. Mir dreht sich der Magen um, wenn ich im Frühjahr sehe, wie die Felder besprüht werden…

Ein bisschen ist „Clean Eating“ also auch ein Beitrag, dass unsere Erde clean bleibt bzw. wieder zunehmend wird. Man beschäftigt sich mehr mit dem, was man isst, schaut öfters dahinter und oft graut einem, wenn man sieht, wie Lebensmittel konventionell herstellt werden.

Ein anschauliches Beispiel: Massentierhaltung. Möchte ich wirklich noch Milch von einer Kuh trinken, die ihr ganzes Leben lang auf Betonfußboden in einer großen Halle stand, niemals eine grüne Wiese gesehen hat, dauerschwanger ist, damit die Milch nicht versiegt, genmanipuliertes Industriefutter zu fressen bekommt und dazu verdammt ist, soviel Milch wie möglich zu „liefern“, um geschlachtet zu werden, sobald diese Leistung nachlässt? Dass es auch anders geht, weiß man. Kostet nur eben ein bisschen mehr. Aber solange unsere „Geiz ist geil“-Mentalität vorherrscht, wird sich an den Methoden wohl nicht viel ändern. Traurig, sehr traurig ist das. Denn nur weil sich das hinter verschlossenen Türen abspielt, heißt das nicht, dass es die traurigen (und so schönen) Kuhaugen hinter dem Industrieprodukt Milch nicht gibt…

Wahrscheinlich versteht es sich von selbst, dass bei Clean Eating auch darauf geachtet wird, dass es keine genmanipulierten Nahrungsmittel sind (wobei ich mir nicht sicher bin, ob das immer deklariert wird, hm!).

Ok, überzeugt. Jetzt her mit den Rezepten…

Puh, wo sollte ich da anfangen…es gibt so viele wunderbare Rezepte. Ich habe zum Beispiel Quinoa für mich entdeckt, eine köstliche Alternative zu Reis, Pasta und Kartoffeln. Chia sowieso. Und Smoothies… und Avocado… und Aubergine… und und und.
Statt Rezepten stelle ich euch diesmal lieber die Blogs vor, von denen ich mich inspirieren lasse…

Links zu guten Clean Eating Seiten mit vielen Rezepten

Julias „juliefeelsgood“ Blog »
Wunderbarer Blog einer jungen Frau und Mama, welche sehr viele eigene Rezepte kreiert und diese sehr anschaulich beschreibt. Dort bin ich über das Clean Eating Konzept gestolpert. Unbedingt reinschauen!

Hannahs „Projekt: Gesund leben“ Blog »
Auch eine junge Frau, die schon mehrere Bücher über Clean Eating geschrieben hat und hier ihr ganzes umfangreiches Wissen mit uns teilt. Toll!

Kristins „Eat Train Love“ Blog »
Ganzheitlicher Blog über Clean Eating, Yoga, Laufen, Selbstliebe, positives Denken und vieles mehr. Untertitel: Werde zur besten Version von dir! Na dann…
Von ihr gibt’s übrigens auch viele Youtube-Videos (sogenannte Vlogs), zum Beispiel dieses hier: Kristin erklärt das „Clean Eating Konzept“.

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