Erfahrungs­bericht aus einem Krebshilfe-Forum – Vorsicht: kritisch!

Erfahrungs­bericht aus einem Krebshilfe-Forum – Vorsicht: kritisch!

Von Meinungsfreiheit, Pharmalobby und dem Versuch, in einem Mainstream-Forum über alternative Behandlungsmethoden und Ernährung zu reden

Heute bleibt die Küche kalt 😉
Dafür erzähle ich euch von meinen ernüchternden Erfahrungen in einem Krebshilfe-Forum sowie die einer anderen Frau, welche dort wie ich auf der Suche nach alternativen Informationen rechts und links des vorgegebenen Schulmedizin-Pfades war und enttäuscht wurde.

Erst einmal die gute Nachricht: in einem solchen Selbsthilfe-Forum gibt es sehr viele herzliche Menschen, die einen warm in ihrer Mitte aufnehmen, virtuell umarmen, mit tröstenden Worten versehen, viel schwarzen Humor haben, köstliche und auch sehr traurige Geschichten zu erzählen haben und vieles mehr. Wer ein bisschen seelischen Beistand, Trost oder Aufmunterung bei seiner Krebserkrankung braucht, wird ihn dort sicher finden.

Ich hatte mich in „meinem“ Forum anfangs sehr aufgehoben gefühlt… Bis ich dort auf eine Teilnehmerin traf, in deren Post ich endlich auch mal die kritische Frage „Welche Ernährung bei Krebs“ lesen konnte. Die genau wie ich eine ausführliche (Ernährungs-)Beratung vermisst hat.
Für Susanne, so heißt die andere kritische Forumsteilnehmerin, waren die gebetsmühlenartige Verweise auf Chemotherapie und einen Link in Dauerwiederholung zu einer ausgesprochen pharmaaffinen Seite schließlich suspekt und wenig hilfreich, suchte sie doch nach begleitenden Alternativen bzw. anderen Lösungsansätzen für ihre eigene Krebserkrankung.

Mein eigener Beitrag an sie inklusive kleinem Hinweis auf diesen Blog wurde über Nacht von der Moderation editiert – ich meine: zensiert!
Nicht nur das. Auch auf meinem Forumsprofil, wo man eigentlich einen Website-Link angeben darf, wurde dieser gelöscht mit dem Hinweis, dass mein Profil sofort gesperrt würde, sollte ich meinen Blog oder diesen Link noch einmal in irgendeiner Form erwähnen. Hm, schon komisch, dass ich bei meiner persönlichen Krebsaufarbeitung mundtot gemacht werde… Oder ist es verboten, andere auf ihren eigenen Anteil im Kampf gegen den Krebs zu hinzuweisen? Ist das Hexenverfolgung 2.0?

Ich bin ja nun selbst Krebspatientin und nehme die Hilfe der Schulmedizin dankbar in Anspruch. Auch fühle ich mich bei meinem behandelnden Onkologen bestens aufgehoben. Die Chemotherapie schlägt zum Glück hervorragend an (weg mit dem ungeliebten Untermieter in mir!), die Nebenwirkungen halten sich bei mir in Grenzen. Und ich bin in der Lage, mir für unterstützende bzw. komplementäre Therapien selbst Hilfe zu suchen. Darum geht es mir nicht.

Dass diese Behandlungen vielen Menschen helfen steht außer Frage, aber sie werden nach meiner und Susannes Erfahrung in – zumindest diesem – Forum mehr oder weniger als Allheilmittel wie in der Wiederholungsschleife immer wieder angepriesen. Teilweise schon beinahe aggressiv. Kritische Sichtweisen und die Suche nach alternativen Ansätzen sind aber scheinbar nicht erwünscht und werden ignoriert, rigoros unterbunden oder als Scharlatanerie abgetan (wobei es unter Heilpraktikern sicher auch schwarze Schafe gibt, keine Frage). Oder Beiträge werden ganz schnell von der Moderation gelöscht, wie es Susanne mit einem Thema passiert ist, indem sie offen über die Hintergründe von Krebserkrankungen nachgedacht hat. „Pseudowissenschaft“ – gelöscht!!!

Erstaunlicherweise werden aber fragwürdige Sätze wie: „An Chemo stirbt man nicht!“ und verharmlosende Statements zum Thema Zucker und Kohlehydrate weder kommentiert, geschweige denn gelöscht.
Sobald Beiträge zu kritisch werden, oder wenn man offenbar unbelehrbar wirkt, kommt es zum Schwarmphänomen: Ganze Abhandlungen zur guten Chemobehandlung werden verfasst, die dann im Rudel von anderen Forenteilnehmern bestätigt und gelobhudelt werden. Susanne nennt sie „Die Jünger des Gottes Pharma“.
Wie gesagt, das alles unter dem Deckmäntelchen: Wir sind lieb, freundlich, hilfsbereit, einfühlsam, verstehen dich, heul und kotz dich hier ruhig aus!

Ohne irgendwelche Verschwörungstheorien in die Welt setzen zu wollen: Man könnte fast vermuten, dass hinter manchen dieser angeblich aufklärenden, unterstützenden Seiten im Internet sehr zielorientierte Interessen stehen. Im Grunde werden in jedem Thread die gleichen Botschaften in verschiedenen Ausführungen wiederholt, unsichere Hilfesuchende werden immer wieder in eine und scheinbar die „einzig wahre“ Richtung gedrängt. Am Ende steht immer das ganze Spektrum Chemo, Bestrahlung, Einnahme von Mitteln, die nicht nur heftigste Nebenwirkungen haben, sondern tatsächlich selbst krebsauslösend sein können. Was für eine ernüchternde Erfahrung!

Deshalb meine Aufforderung: seid kritisch, denkt selber nach, recherchiert ausgiebig und fühlt auch in euch rein, ob es sich für euch stimmig anfühlt. Im Zweifel mindestens noch eine Zweitmeinung bei einem anderen Arzt und/oder Heilpraktiker einholen. Es geht hier schließlich um unsere Gesundheit…

Ich danke Susanne für ihre aktive Mithilfe an diesem Artikel 🙂


Quelle: https://www.biokrebs.de/therapien/diagnosekrebs »

Auch wenn das Internet alle möglichen Informationen bietet, bitte benutzen Sie dieses Medium vorsichtig. Viele Internetforen sind nicht unabhängig und von der pharmazeutischen Industrie gesponsert.

One Reply to “Erfahrungs­bericht aus einem Krebshilfe-Forum – Vorsicht: kritisch!”

  1. Bezüglich Krebshilfe-Foren muss ich auch meinen Senf dazugeben. So läuft also der Hase? Von der Arzneimittel-Lobby bezahlte „Moderatoren“ löschen Hinweise zu alternativen Methoden (gesunde Ernährung zur Unterstützung der Therapie), anstatt Menschen in einer für sie schwierigen Lebensphase jede mögliche Hilfe zuteil werden zu lassen? Ich kann ja verstehen, dass solche Foren zensiert werden, damit kein Humbug veröffentlicht wird, der bei Krebspatienten falsche Hoffnungen erweckt, ihnen aber nur das Geld aus der Tasche ziehen soll. Aber ein Hinweis, dass auch viele Pflanzen Potenzial zur Heilung haben, bringt ja der Pharmaindustrie kein Geld und wird gelöscht. Ich bin – gelinde gesagt – empört!

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