Warmer Hirsebrei – „Töpfchen koche“

Warmer Hirsebrei – „Töpfchen koche“

„Superfood“ Hirse neu entdeckt.

So. Jetzt ist der September also da  – ein guter Grund, euch eine neue Idee für ein warmes und gesundes Frühstück zu servieren. Diesmal mit Hirse.
Früher Grundnahrungsmittel und Arme-Leute-Essen – man denke nur an das Märchen der Gebrüder Grimm „Der süße Brei“ – feiert Hirse nach langer Vergessenheit endlich ein Comeback in der Vollwerküche.

Kein Wunder, ist Hirse doch sehr vielseitig einsetzbar und bietet jede Menge gute Inhaltsstoffe. Zum Beispiel ist sie mit der beste pflanzliche Eisenlieferant. Eisen, wir erinnern uns – wichtig für die Blutbildung! Aber dazu kommen wir später. Außerdem machen die kleinen goldenen Körner schön lange satt, deswegen auch die Wortbedeutung: der Begriff „Hirsi“ stammt aus dem Altgermanischen und heißt soviel wie „Sättigung, Nahrhaftigkeit“…

Eine wohltuende Melange aus Gebrüder Grimm und Clean Eating

Jetzt kommt erstmal das Rezept für das wärmende Frühstück in einer herbstlichen Variante. Ihr könnt es mit süßen Pflaumen, Birnen oder Äpfeln kochen, aber es eignet sich auch anderes möglichst saisonales und biologisch angebautes Obst. Ist das mal nicht zur Hand, kann man auf die Tiefkühl-Variante zurückgreifen. Ich fand den Brei zum Beispiel mit Blaubeeren (nur zum Auftauen am Ende in den Topf) sehr schmackhaft…

Süßer Hirsebrei mit Früchten und Gewürzen

Zutaten je Portion

  • 50 g Hirse
  • 150 ml Mandelmilch, Wasser oder halb-halb
  • 4-5 Pflaumen, 1 Apfel oder eine vergleichbare Menge anderes Obst
  • 1 große Prise Zimt
  • 1 Prise Vanillepulver (gemahlene Vanille)
  • ½ TL Kokosöl
  • 1 EL Ahornsirup oder Honig
  • noch etwas frisches Obst zum Garnieren
  • Walnüsse

Das Obst waschen, vom Stein oder Gehäuse befreien und kleinschneiden. Die Hirse mit der Flüssigkeit, Vanille und Zimt aufkochen. (Wenn keiner zuhört: Versucht mal, wie im Märchen „Der süße Brei“ die Zauberworte “Töpfchen koche“ zu sprechen…😉) Temperatur runterschalten und Früchte dazu geben und ca. 10 Minuten bei niedriger Temperatur einköcheln lassen. Zum Schluss Kokosöl und Ahornsirup unterrühren. (“Töpfchen steh” bloß nicht vergessen!).
Mit Walnüssen und Obst nach Belieben garnieren.


Rezept-Video der etwas anderen Art

Das Märchen vom süßen Brei – gelesen vom tollen Axel Prahl


Warum Hirse so gut für unsere Gesundheit ist

Hirse gehört zur Familie der Süßgräser. Am gesündesten ist Hirse ungeschält als Vollhirse, die auch Braunhirse genannt wird. Diese muss jedoch sehr lange zum Weichwerden kochen, daher ist Braunhirsemehl besser. Doch auch die geschälte Hirse steckt voller wertvoller Inhaltsstoffe.
Es enthält viele Mineralstoffe wie Eisen, Silizium, Fluor, Magnesium und Kalzium. Das gesunde Getreide besteht weiterhin zu 70 Prozent aus komplexen Kohlenhydraten, 10 Prozent Eiweiß und 5 Prozent Fett sowie den Vitamine A, B und E. Dazu kommen noch sekundäre Pflanzenstoffe, die Antioxidantien, welche die Körperzellen vor schädlichen Umwelteinflüssen bewahren können.

Der Eisengehalt ist mit 7 Milligramm pro 100 Gramm etwa zwei- bis drei Mal so hoch wie bei vielen anderen Getreidesorten und überholt hier sogar den Hafer. Somit liefert es einen optimalen Beitrag für die Blutbildung, beim Sauerstofftransport, bei der Energiegewinnung und bei der Zellteilung.
Besonders gut kann der Körper Eisen in Verbindung mit Vitamin C aufnehmen. Hirsebrei mit frischem Obst wie im oben beschriebenen Rezept eignet sich also bestens für eine eisenhaltige Mahlzeit.

Ein weiterer gesundheitlicher Vorteil von Hirse: enthält kein Gluten (Klebereiweiß) und ist deshalb für Allergiker und Menschen mit Lebensmittelunverträglichkeiten wie Zöliakie gut geeignet. Zwar kann man aufgrund des fehlenden Klebereiweißes keine Brote und Kuchen aus Hirse backen, sehr wohl aber Pfannkuchen und ähnliches aus Hirsemehl.

Auch bei Magen-Darm-Problemen ist es wegen seiner leichten Verdaulichkeit und guten Bekömmlichkeit zu empfehlen.
Darüber hinaus soll Hirse im Organismus basisch wirken. Hirse ist deswegen – anders als Weizen oder Dinkel – nicht schleimbildend und sollte deshalb bei Erkältungen bevorzugt gegessen werden.

Noch zu erwähnen wäre – besonders für die mitlesenden Frauen – die Wirkung der Hirse als Schönheitselixir. Kieselsäure und Fluor stärken Zähne, Knochen und Nägel, Haut und Haare werden glänzend.

Hirse in der Küche vielseitig einsetzbar

Außer zu Brei eignet sich Hirse statt z.B. Reis für Beilagen und Füllungen oder als Salat. In Suppen, Eintöpfen und Currys kann sie direkt mitgegart werden. Auch wundervolle Bratlinge kann man daraus zaubern, dazu stelle ich später noch ein Rezept in den Blog: Meine heißgeliebten Hirse-Möhren-Bratlinge.

Beim Kauf von Hirse sollte man Bio-Qualität bevorzugen, da diese frei von Pestiziden und Kunstdüngerrückständen ist.

Gute Ernährung – gerade bei Krebs

Die Unterstützung des Körpers und Stärkung der Lebenskräfte durch eine geeignete Ernährung ist eine wichtige Hilfe während und nach einer Krebstherapie. Gerade hier können Lebensmittel wirksam die medizinische Therapie unterstützen, denn in einer solchen Therapie-Zeit sollten ausreichend Nähr- und Vitalstoffe zugeführt werden, um eine Mangelsituation zu beseitigen oder gar nicht erst aufkommen zu lassen.

Trotz möglicher Nebenwirkungen der Therapie wie Appetitmangel, Geschmackseinschränkung, Schluckstörungen: ein warmer süßer Hirsebrei „rutscht“ trotzdem und versorgt euch mit vielen wichtigen Inhaltsstoffen. Also öfters mal zubereiten!

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